Suizidforen im InternetVerherrlichung von Selbsttötungen
Viele Jugendliche stellen sich in der schwierigen Phase der Pubertät die Frage nach dem Sinn des Lebens. Sie stoßen dabei im Internet auf eine Fülle von Angeboten, die sich mit der Selbsttötung befassen. In so genannten Suizidforen tauschen sich lebensmüde Menschen in Lebenskrisen aus. In einigen dieser Foren finden Betroffene professionelle Unterstützung durch Fachleute. Es gibt allerdings auch eine ganze Reihe von Angeboten, die Suizid als alleinige Problemlösung verherrlichen und Suizidgefährdete in ihrer Absicht bestärken.
Jugendgefährdende Angebote
Suizidforen können nicht generell als jugendgefährdend eingestuft werden. jugendschutz.net hat Suizidforen systematisch recherchiert, eine großen Bandbreite von präventiv wirksamen bis hin zu suizidfördernden Angeboten festgestellt und ein Beurteilungsraster entwickelt. Jugendgefährdend sind Foren, in denen sich Gesprächpartner beispielsweise über die effektivsten Methoden der Selbsttötung austauschen oder sich zum gemeinsamen Suizid verabreden. Gerade für labile Jugendliche, die in ihrer Persönlichkeit noch nicht gefestigt sind, kann das lebensgefährlich werden: Bei jungen Männern unter 20 Jahren ist Selbsttötung die zweithäufigste Todesursache.
Recherche und Maßnahmen gegen unzulässige Suizid-Foren
Bisher wurden fast 100 Angebote überprüft, wovon etwa 40 Prozent als jugendgefährdend einzuschätzen waren. jugendschutz.net ergreift Maßnahmen gegen unzulässige Angebote und ist dabei in 60 Prozent der Fälle erfolgreich.
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