 | Mehr Onlinerisiken für Kinder und JugendlicheJahresbericht 2011 zu Risiken für Minderjährige im Internet(31.05.12)
Gefährdungen von Kindern und Jugendlichen in Communitys und auf Videoplattformen sind an der Tagesordnung. Besonders deren Betreiber müssen sich stärker engagieren, um junge User vor Cyberbullying, Gewaltinhalten und Hasspropaganda zu schützen und praktikable Schutzkonzepte für mobile Internetzugänge zu entwickeln.
Internationale Plattformen wie Facebook und YouTube bestimmen zunehmend die jugendliche Mediennutzung, halten sich aber nicht an in Deutschland etablierte Schutzstandards. Gleichzeitig implementieren deutsche Betreiber riskante Funktionen, um im Kampf um die Gunst der User ihre Konkurrenzfähigkeit zu wahren.
Rund 7.000 unzulässige Beiträge im Web 2.0 dokumentiert
2011 ist jugendschutz.net gegen 3.439 Verstöße auf klassischen Websites vorgegangen, im Web 2.0 wurden mit 6.656 sogar doppelt so viele registriert. Nur noch ein Viertel der unzulässigen Inhalte war dabei auf deutschen Servern zu finden. Dies spiegelt den Konzentrationsprozess auf große internationale Plattformen wider und zeigt die Notwendigkeit, auf internationaler Ebene zu besseren Schutzregelungen zu kommen. Vier von fünf Jugendschutzverstößen schnell beseitigt
In 78 Prozent der Fälle konnte jugendschutz.net erreichen, dass unzulässige Inhalte schnell gelöscht oder geändert wurden. Dabei erwiesen sich direkte Kontakte zu Providern im In- und Ausland als effektivstes Instrument. Weiterhin zu kritisieren ist die mangelnde Vorsorge von Betreibern: So können unzulässige Inhalte einfach erneut hochgeladen werden; auf Beschwerden von Usern wird zudem nicht schnell genug reagiert.
Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern waren 2011 die häufigste Verstoßkategorie (36 %) bei den bearbeiteten Fällen. Es folgten einfache Pornografie (24 %), beeinträchtigende und gefährdende Inhalte (18 %) sowie Rechtsextremismus (16 %). Schwere Verstöße wie Kinderpornografie, Hasspropaganda oder extreme Gewalt waren vor allem im Ausland zu finden.
7.000 Hinweise bearbeitet und jugendaffine Szenen gezielt recherchiert
50.000 Angebote überprüfte jugendschutz.net, darunter 20.000 Websites und 20.000 Profile in Communitys (plus 49 %). Grundlage bildeten die kontinuierliche Sichtung der Dienste, die von Kindern und Jugendlichen bevorzugt genutzt werden, sowie 7.000 Beschwerden, die über die Hotline eingingen. Rechtsextreme und kinderpornografische Angebote sowie Verstöße in Kommunikationsdiensten wurden 2011 häufiger gemeldet.
Tipps für Eltern, pädagogische Fachkräfte und Jugendliche
jugendschutz.net unterstützt als länderübergreifende Stelle für Jugendschutz im Internet die Jugendministerien der Länder und die Kommission für Jugendmedienschutz bei deren Aufgaben. Die Erkenntnisse aus der Arbeit sind auch Grundlage für die Beratung von Anbietern und die Entwicklung pädagogischer Präventionskonzepte und Handreichungen.
Download: Jahresbericht 2011 (PDF, 4,2 MB) Annual Report 2011 (PDF, Englisch, 2,8 MB) |  |  | 

siehe dazu: Jahresbericht 2011 (PDF, 4,2 MB) |  |