 | Von Ritzen bis Hungern online: Zunahme gefährlicher AnleitungenJahresbericht zu Risiken für Minderjährige im Internet(31.05.10)
Foren, die Magersucht verherrlichen. Videos, in denen sich Jugendliche bis aufs Blut ritzen. Communitys, die sich über Suizid-Methoden austauschen. Immer mehr Angebote im Internet propagieren selbstgefährdendes Verhalten oder präsentieren es als modernen Lifestyle. Da solche Angebote Kinder und Jugendliche zum Nachahmen animieren können, müssen vor allem Betreiber von Videoplattformen und Sozialen Netzwerken ihre Verantwortung für den Jugendschutz stärker wahrnehmen und Risiken auf ihren Plattformen nachhaltig reduzieren. Anzahl selbstgefährdender Angebote verdoppelt
jugendschutz.net kontrollierte im vergangenen Jahr 19.000 Angebote und registrierte 2.400 Verstöße gegen den Jugendschutz. Dabei handelte es sich vor allem um pornografische Seiten (42 Prozent). Besonders stark ist der Anteil der Angebote gestiegen, die Selbstgefährdungen propagieren (22 Prozent, Steigerung um 100 Prozent). Unzulässige Angebote im Ausland finden sich weiterhin vor allem in den USA (52 Prozent). Kontinuierliche Kontrolle wichtiger Internet-Dienste
Auf unzulässige Angebote stößt jugendschutz.net über Hinweise aus der Bevölkerung (hotline@jugendschutz.net), regelmäßige Kontrollen der wichtigsten Dienste und gezielte Recherchen. 2009 untersuchte das Team beispielsweise, wie "Boy- und Girl-Lover" den Missbrauch von Kindern als normal hinstellen, wie leicht Jugendliche an Videos mit sadistischen Tötungen gelangen oder wie schnell Betreiber auf Beschwerden reagieren. Drei Viertel der Verstöße schnell beseitigt
jugendschutz.net geht erfolgreich gegen unzulässige Angebote vor. In drei von vier deutschen Fällen konnten Verstöße schnell beseitigt werden. Sind Anbieter unkooperativ, wird die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) eingeschaltet, die Bußgelder verhängen kann. Bei ausländischen Angeboten setzt jugendschutz.net auf die Kooperation mit Plattform-Betreibern und die internationalen Netzwerke gegen Kinderpornografie (INHOPE) oder Hass im Netz (INACH). |  |  | 

siehe dazu: Jahresbericht 2009 (PDF, 10,0 MB)
siehe dazu: Selbstgefährdung im Internet |  |
 | Tipps für Eltern, pädagogische Fachkräfte und Jugendliche
jugendschutz.net nutzt seine Erkenntnisse aus der Recherche auch, um Tipps zur Internetsicherheit für Eltern, pädagogische Fachkräfte und jugendliche User zu erarbeiten: 2009 wurde die Broschüre "Chatten ohne Risiko" aktualisiert. Dort wird erstmals die Sicherheit von Social Communitys wie schuelerVZ bewertet. Alle Handreichungen zu riskanten Foren, zum sicheren Surfen oder zu technischen Schutzmöglichkeiten stehen kostenlos zum Download zur Verfügung.
Download: Jahresbericht 2009 (PDF, 10,0 MB) |  |  |  siehe dazu: Hilfen für Eltern |  |